In Greater Noida, Indien, wurde kürzlich ein weiteres EcoCommercial Building fertiggestellt. Dr. Ram Sei Yelamanchili (l.), Bayer MaterialScience Head Center of Excellence, India, und Krishna Kumar Mitra, Lloyd Insulations (India) Limited, mit MakrolonTM-Platte und Dämmstoffmaterial, die beide dort verbaut wurden.
geprüft 2010
Klima

Verstärktes Klima-Engagement

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Lebensbedingungen des Menschen sind erheblich und fordern alle gesellschaftlichen Gruppen. Bayer trägt im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie durch zahlreiche Verbesserungen in der eigenen Produktion sowie eine Vielzahl von Produkten zum Klimaschutz bei. Aktuell hat Bayer seine Klimaziele heraufgesetzt und führt damit sein ambitioniertes Vorgehen fort.
2010 war seit Beginn der Aufzeichnungen im Durchschnitt eines der wärmsten Jahre auf der Erde. Die Folgen des Klimawandels äußern sich immer häufiger in extremen Wetterereignissen. Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel werden zunehmend geschäftsrelevant. „Es ist unser Ziel, diese globale Herausforderung anzunehmen und im Sinne unserer Nachhaltigkeitsstrategie in Einklang mit unseren ökonomischen Zielen zu bringen“, erklärt Dr. Wolfgang Große Entrup, Leiter des Konzernbereichs „Environment & Sustainability“. „Im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsprogramms [ 38 ] stellt der Klimaschutz daher neben Gesundheit und Ernährung die dritte zentrale Säule dar.“
Bereits im November 2007 positionierte sich Bayer mit einem ambitionierten Klimaprogramm [ 40 ] als Vorreiter in Sachen Klimaschutz. Bis 2010 investierte das Unternehmen in diesem Bereich rund 1 MRD €. Im Mittelpunkt stehen die gezielte Senkung eigener Treibhausgas-Emissionen sowie die Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz sowohl bei Bayer als auch bei unseren Kunden. Mit Leuchtturm-Projekten und einer Vielzahl weiterer Maßnahmen begegnet Bayer dem Klimawandel. Diese reichen von neuen Produktionsverfahren über eigene Energiemanagementsysteme bis zur Herstellung von innovativen Materialien. Kooperationen und Partnerschaften rund um Forschung und Entwicklung bilden die entscheidende Grundlage, um global klimagerechte Lösungen mit jeweils spezifischer regionaler Wirkung zu entwickeln.

Ziele Nachhaltigkeitsprogramm

Leuchtturm-Projekt „EcoCommercial Building Program“:

  • Konzentration auf neue gewerbliche und öffentliche Bauvorhaben mit großem Einzelvolumen; Ausrichtung auf internationale Kern- und Wachstumsmärkte

Leuchtturm-Projekte „Energieeffizienz“:

  • Sauerstoffverzehrkathoden (SVK)-Technologie auf Kochsalzbasis: Einsatz bei Bayer MaterialScience zur Chlorherstellung im industriellen Maßstab; technologische Betriebsbereitschaft bis 2013; Reduktion des Bedarfs an elektrischer Energie gegenüber dem Membranverfahren um bis zu 30 % und damit Senkung der CO2-Emissionen; erste Verkäufe der SVK-Technologie an Dritte bis 2015
  • Etablierung von STRUCTeseTM zur nachhaltigen und systematischen Einsparung von CO2-Emissionen bei energieintensiven Anlagen

Neues Leuchtturm-Projekt „Solar Impulse“:

  • Entwicklung von innovativen Leichtbau-Lösungen für Mobilitätskonzepte mit Werkstoffen von Bayer MaterialScience

Von Megatrends zu Geschäftsideen

Weltweit zeichnen sich Entwicklungen ab, die Treibhausgas-Emissionen erhöhen und den Klimawandel weiter beschleunigen. Zu diesen Megatrends zählt das steigende Verkehrsaufkommen ebenso wie die zunehmende Urbanisierung. Hier kann Bayer MaterialScience mit seinen Kernprodukten und technischem Know-how nachhaltige Lösungen anbieten, etwa beim energieeffizienten Bauen.
Im Jahr 2010 wuchs das „EcoCommercial Building (ECB) Program“ [ 41 ], eines der Leuchtturm-Projekte des Bayer-Nachhaltigkeitsprogramms, auf über 30 Partner. Das 2009 gegründete interdisziplinäre Netzwerk aus Bauproduktherstellern, Planern, Ingenieuren und Dienstleistern bietet Entscheidungsträgern in der Baubranche Dienstleistungs- und Materiallösungen für klimagerechte und energieoptimierte Gebäude. Der Energieverbrauch im Gebäudesektor macht derzeit rund 40 % des weltweiten Bedarfs aus, was etwa 30 % der globalen CO2-Emissionen entspricht. Als Weltmarktführer für Polyurethane entwickelt Bayer MaterialScience innovative Bau- und Dämmstoffe [ @39 ], die diese Emissionen reduzieren helfen.
Das „EcoCommercial Building“-Netzwerk konnte sich bereits in wichtigen Kernmärkten etablieren. Neue Kooperationen wie die „China Greentech Initiative“ oder „econet China“ eröffnen dem Ansatz vor allem in Asien interessante Perspektiven. In den USA bringt Bayer MaterialScience seine Expertise in das „Greater Philadelphia Innovation Cluster (GPIC)“ ein, eine nationale Initiative zur Umsetzung von Kompetenz für nachhaltiges Bauen. Erste ECB-Referenzprojekte befinden sich an den Bayer-Standorten Pittsburgh (USA), Greater Noida (Indien), Diegem (Belgien) und Monheim (Deutschland). Darüber hinaus ist das Programm an der Entwicklung und Realisierung klimaneutraler Städte oder Stadtteile beteiligt, wie Masdar City bei Abu Dhabi und „Innovation City Ruhr“ [ @43 ] in Bottrop, Deutschland.

Hightech für die Verkehrsmittel von morgen

Auch Verkehrsmittel verursachen mit rund 14 % einen bedeutenden Teil der weltweiten Treibhausgas-Emissionen. „Vor allem im Automobilbau sind innovative Kunststofflösungen gefragt“, sagt Dr. Günter Hilken, Leiter der Geschäftseinheit Polycarbonat bei Bayer MaterialScience. „Denn 10 % weniger Gewicht bedeuten 5 % weniger Kraftstoffverbrauch.“ Ein Beispiel ist der Prototyp für eine Polycarbonat-Heckklappe, in der Scheibe, Außenhaut und sämtliche Abdeckungen der Beleuchtungselemente aus einem Guss gefertigt sind. Das macht die Bauteile 30-40 % leichter und ermöglicht neue Fahrzeugkonzepte.
Weniger Gewicht und mehr Stabilität lassen sich auch durch Baytubes™, spezielle Kohlenstoff-Nanoröhrchen, erreichen. Sie kommen u. a. im Leichtbau-Flugzeug „Solar Impulse“ [ @44 ] [ 45 ] zum Einsatz. Dieser von Bertrand Piccard konzipierte Flieger soll einmal – nur mit Solarenergie betrieben – die Erde umrunden. Erste Testflüge bei Tag und Nacht sind bereits erfolgreich verlaufen. Bayer MaterialScience ist als offizieller Partner an der Optimierung des Flugzeugs beteiligt. Das Projekt wurde als weiteres Leuchtturm-Projekt des Bayer-Nachhaltigkeitsprogramms ernannt.

Meinung

„Mit Innovationen einmal um die Welt“

Bertrand Piccard, Initiator und Präsident von Solar ImpulseBild vergrößern
Bertrand Piccard, Initiator und Präsident von Solar Impulse
„Im Juli 2010 hob unser Solarflugzeug, die HB-SIA, erstmals ab. Dank Hightech-Polymerwerkstoffen und energiesparender Leichtbau-Materialien von Bayer MaterialScience werden wir das Gewicht des Flugzeugs noch einmal deutlich senken. Das wäre ein riesiger Fortschritt für den geplanten Flug rund um die Erde. Denn jedes Kilogramm, das mitfliegt, verbraucht Energie.“

Dem Klimastress von Pflanzen begegnen

Neben dem Engagement im Klimaschutz entwickelt Bayer auch Strategien, um bereits spürbare Folgen der klimatischen Veränderungen zu lindern. In der Landwirtschaft etwa haben Wassermangel, Temperaturschwankungen und extreme Wetterereignisse gravierende Auswirkungen auf Ernteerträge. Um zunehmenden Ernteausfällen entgegenzuwirken und den steigenden Nahrungsmittelbedarf durch die stetig wachsende Weltbevölkerung zu decken, forscht Bayer CropScience mit seinen Partnern an neuen Lösungen zur Anpassung an die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels.
Ziel ist es, Kulturpflanzen und chemische Produkte zu entwickeln, um Kulturen gegen biotische und abiotische Stressfaktoren widerstandsfähiger zu machen, um so die Erträge zu sichern und zu erhöhen. Zu Erfolgen zählen innovative Pflanzenschutzmittel wie Confidor™ Stress Shield und Hochertragssaatgut wie Invigor™ (Raps). Eine weitere Lösung zum Klimaschutz in der Landwirtschaft betrifft die Reduktion von Methan-Emissionen im Reisanbau. Mehr dazu lesen Sie im Kapitel „Ernährung“.

Maßnahmen zur Energie- und Ressourceneffizienz

Eine Reihe weiterer Projekte und Initiativen unterstreicht den hohen Anspruch des Bayer-Nachhaltigkeitsprogramms insbesondere an die eigene Produktion. Wie im vergangenen Jahr angekündigt, konnte der Bayer Climate Check [ 42 ] 2010 erfolgreich abgeschlossen werden. Dieses Analyseverfahren zur Emissionsminderung wurde von Bayer Technology Services (BTS) entwickelt und drei Jahre lang an Produktionsstätten und Gebäuden im gesamten Konzern umgesetzt. „Dabei haben wir Einsparpotenziale von über 10 % identifiziert“, erklärt Dr. Andreas Jupke, BTS-Projektleiter „Bayer Climate Check“.
Der „Bayer Climate Check“ diente als Vorstufe für das Leuchtturm-Projekt STRUCTese™, kurz für „Structured Efficiency System for Energy“. Diese nach DIN 16001 zertifizierte Mess- und Managementmethodik wurde von Bayer für das Energiemanagement entwickelt. STRUCTese™ soll bis Dezember 2012 in den 60 energieintensivsten Produktionsbetrieben implementiert werden. Bis Dezember 2010 wurde das System bereits in 30 Betrieben eingeführt, was zu einer Senkung des Primärenergie-Verbrauchs um 550.000 Megawattstunden und der Vermeidung von 135.000 Tonnen CO2-Emissionen führte.
Bei der Chlorproduktion aus Kochsalz will Bayer MaterialScience rund 30 % Energie sparen und setzt dabei auf die Weiterentwicklung der innovativen Sauerstoffverzehrkathoden-Technologie. Dazu soll im Rahmen eines weiteren Leuchtturm-Projekts 2011 am Standort Uerdingen die weltweit erste Anlage im großtechnischen Maßstab in Betrieb gehen. Sie soll dazu beitragen, den Ausstoß an Treibhausgasen bis 2020 um bis zu 250.000 Tonnen jährlich zu senken. Um speziell die Emissionen des besonders klimaschädlichen Lachgases zu senken, hat Bayer MaterialScience 2010 Produktionsanlagen in Baytown (USA), Caojing (China) und Dormagen (Deutschland) weiter aufgerüstet. Mehr zu den bereits erreichten Reduktionen erfahren Sie im Kapitel Ökologie.
Die konzernübergreifenden Ansätze werden durch spezifische Maßnahmen der Teilkonzerne und Servicegesellschaften ergänzt. Bayer HealthCare z. B. hat in diesem Zusammenhang 2010 die neue Guideline „Energiemanagementsysteme“ entwickelt, um Einsparpotenziale kontinuierlich zu realisieren und auf künftige politische Regularien besser reagieren zu können. Auch Currenta kann mit seinem Klimaschutzprogramm „Effizienzklasse A++“ eine positive Zwischenbilanz ziehen. Die bisherigen Maßnahmen reduzieren den Ausstoß des Treibhausgases CO2 um über 152.000 Tonnen pro Jahr.

Klimaschutz im täglichen Geschäftsablauf

Unterstützende Maßnahmen [ @46 ] flankieren das Bayer-Klimaprogramm. Darunter führt Bayer Initiativen wie „Green IT“ für energieeffizientere Rechenzentren, „Business Travel“ zur Verringerung von Geschäftsreisen durch verstärkten Einsatz moderner Telepresence- und Videokonferenz-Technologie oder ein nachhaltiges Fuhrparkmanagement. Mit dem Programm „EcoFleet“ will das Unternehmen für den Zeitraum 2007-2012 die von seinen Dienstfahrzeugen verursachten CO2-Emissionen um 20 % senken. Bis Ende 2010 konnten die CO2-Emissionen der neu zugelassenen Fahrzeuge bereits um 15 % gesenkt werden.

Zukunftsträchtige Forschungskooperationen

Mit einer Reihe von Kooperationen und Initiativen unterstützt Bayer sein Ziel, energieeffizienter und ressourcenschonender zu produzieren. Eines dieser Projekte ist die Zukunftsfabrik INVITE [ 47 ] im Chempark Leverkusen, in der Bayer Technology Services (BTS) und die Technische Universität Dortmund ab 2011 ressourcenschonende, flexible und effiziente Produktionskonzepte entwickeln wollen. Damit leistet Bayer auch einen wesentlichen Beitrag zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandortes NRW.
Die zukunftsträchtigen Forschungskooperationen „Dream Production“ [ @48 ] und „CO2RRECT“ [ @48 ] befassen sich mit der Nutzung von Kohlendioxid als Rohstoff für die chemische Industrie. Lesen Sie mehr dazu im Kapitel Innovationen und Produkte.

Neues Klimaziel: 35 Prozent weniger Emissionen

Bayer hat sich mit der Umsetzung seines Klimaprogramms und ambitionierter Einzelziele der Teilkonzerne seit 2007 als industrieller Vorreiter etabliert. Mit noch ambitionierteren Zielen will Bayer seine Vorreiterrolle weiter ausbauen und die Transparenz weiter erhöhen: Im Zeitraum von 2005 – 2020 will Bayer die Treibhausgas-Emissionen konzernweit pro Tonne verkaufter Produkte um 35 % reduzieren. Insbesondere trägt hierzu der Teilkonzern Bayer MaterialScience bei, der seine spezifischen Treib-hausgas-Emissionen um 40% (bisher 25 %) senken will. Bayer HealthCare will diese Emissionen absolut um 10 % (bisher 5 %) senken und Bayer CropScience weiterhin um 15 % (siehe auch Kapitel Ökologie).
Darüber hinaus hat Bayer seine Politik zum Klimawandel [ 49 ] überarbeitet und wird seine Partnerschaften mit öffentlichen Institutionen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen weiter intensivieren und ausbauen. Unterstützt durch den Dialog mit Stakeholdern will Bayer auch zukünftig mit innovativen Lösungen aus seinem Kerngeschäft auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren.

Dialog

Klimaschutz mit unternehmerischen Chancen

Die Teilnehmer des Workshops diskutierten über unternehmerische Chancen.Bild vergrößern
Die Teilnehmer des Workshops diskutierten über unternehmerische Chancen.
Ein breites Spektrum an Klima-und Nachhaltigkeitsthemen stand im Juli 2010 auf der Tagesordnung eines Workshops im Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Gastgeber waren Prof. Dr. F.-W. Gerstengarbe und Prof. Dr. J. Schellnhuber, Mitglied des Weltklimarats und Gründer des PIK. Der Workshop mit Experten des PIK und Nachhaltigkeits- und Klimafachleuten von Bayer zeigte verschiedene Felder auf, die sich für eine künftige Zusammenarbeit zwischen Bayer und dem PIK eignen. Der Transfer wissenschaftlicher Ergebnisse in die Praxis ist ein Anliegen, das beide Seiten teilen. Themen des Dialogs reichten von Innovationen im Bereich des Klimaschutzes über klimatische Risiken für Produktionsstandorte und Krankheiten, die durch erwartete Klimaveränderungen begünstigt werden, bis hin zu neuen Möglichkeiten der Simulation und Klimaberechnung. Im Nachgang gab es bereits weitere Treffen, bei denen sich die Mitarbeiter der Bayer-Teilkonzerne mit den jeweiligen Fachexperten des PIK austauschten.
http://www.nachhaltigkeit2010.bayer.de/de/verstaerktes-klima-engagement.aspx

Copyright © Bayer AG

Seite drucken

Suche

Download Center

Service

Special Interest