Wassernutzung und Emissionen in das Wasser
Wasser ist lebenswichtig. Durch die Entwicklung und Förderung von Lösungen für eine effiziente und schonende Wassernutzung leistet Bayer einen Beitrag zum Erhalt dieser wichtigen Ressource. Dies gilt sowohl in der eigenen Produktion, wie auch für die Entwicklung von Produkten, z. B. für die Landwirtschaft (siehe Kapitel
„Ernährung“).
Verantwortlicher Umgang mit Wasser
Bayer unterstützt seit Ende 2008 das
„CEO Water Mandate“ [ @137 ], eine Initiative des UN Global Compact. Eine Liste mit Beispielen belegt unser systematisches Engagement für eine nachhaltige Wassernutzung im Berichtsjahr 2010. Darüber hinaus haben wir uns an dem in 2010 erstmals vom „Carbon Disclosure Project“ durchgeführten
„Water Disclosure Project“ [ 138 ] beteiligt. 137 institutionelle Investoren hatten 302 der weltweit größten Unternehmen aufgefordert, ihr Wassermanagement sowie identifizierte Chancen und Risiken im Umgang mit Wasser offenzulegen.
Alle drei Bayer-Teilkonzerne haben Systeme und Standards implementiert, die ihren spezifischen Herausforderungen im Umgang mit Wasser gerecht werden. Bayer HealthCare verpflichtet sich in der „Water Protection Directive“ zur verantwortlichen Nutzung von Wasser. Auch Bayer CropScience bekennt sich zum Wasserschutz und nachhaltiger Nutzung, Bayer MaterialScience regelt in seiner HSEQ-Policy u. a. den ressourcenschonenden Einsatz von Wasser.
Wassereinsatz
Der Wassereinsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 16,5 %, in Relation zum Anstieg der Produktionsmenge um rund 20 % ist der spezifische Wassereinsatz jedoch leicht gesunken. Der Anstieg geht maßgeblich auf eine Zunahme der Menge an Durchlaufkühlwasser aufgrund der gestiegenen Produktion, an den BMS-Standorten Brunsbüttel, Leverkusen (beide Deutschland) und Antwerpen (Belgien) zurück. Des Weiteren hatte eine kurzfristige Leckage im Kühlwassersystem am BCS-Standort Institute (USA) Einfluss auf den Anstieg der eingesetzten Wassermengen.
Wasserverwendung
85 % des von Bayer genutzten Wassers ist Kühlwasser (inklusive Verdunstungsverlusten), das ausschließlich erwärmt wird und nicht mit Produkten in Kontakt kommt. Eine Rückführung in den Wasserkreislauf ist im Rahmen der behördlichen Genehmigungsvorgaben ohne weitere Behandlung möglich. Wir versuchen in unserer Produktion Wasser mehrfach zu nutzen und wieder aufzubereiten. Bereits an 35 Standorten wird Wasser rezykliert und wiederverwendet, z. B. in geschlossenen Kühlwasserkreisläufen, durch die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser oder die Rückführung von Dampfkondensaten als Prozesswasser. Im Berichtsjahr konnten insgesamt 14 Millionen Kubikmeter Wasser wiederverwendet werden.
| 22_Nettoaufnahme von Wasser nach Bezugsquelle |
|---|
| 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 |
| Wassereinsatz (in Mio. m³ pro Jahr) | 442 | 447 | 439 | 407 | 474 |
| – davon aus Oberflächengewässern (in %) | 53 | 57 | 58 | 58 | 71 |
| – davon aus Bohrungen/Quellen (in %) | 35 | 32 | 32 | 32 | 25 |
| – davon aus öffentlicher Trinkwasserversorgung (in %) | 2 | 2 | 1 | 1 | 3 |
| – davon aus anderen Quellen, i.d.R. Regenwasser (in %) | 9 | 9 | 9 | 9 | 1* |
* Durch eine Optimierung der Wasserbilanzierung konnte der Wasserverbrauch aus anderen Quellen für das Jahr 2010 weitestgehend den tatsächlichen Bezugsquellen zugeordnet werden. |
Wasserableitung
Nach einem Anstieg der Abwassermenge im vergangenen Jahr konnte diese im Berichtszeitraum wieder um ca. 9 % gesenkt werden. Von den 69 Millionen Kubikmetern wurden 54 Millionen als Abwasser in Abwasseranlagen wieder aufbereitet. Damit konnten wir konzernweit den Anteil an Abwässern, die in einer Abwasserbehandlungsanlage gereinigt werden, von 67 % im Vorjahr auf nun über 78 % steigern. Auch die nicht behandelten Abwässer unterliegen einer strengen Überwachung und Bewertung, bevor sie in die Entsorgungswege geleitet werden.
| 23_Abwassermengen |
|---|
| 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 |
| Abwassermengen in Mio. m³ | 78 | 80 | 68 | 76 | 69 |
| 24_Emissionen in das Wasser (absoluter Wert) |
|---|
| 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | Ziel 2010 |
Phosphor (in 1.000 t/a) | 0,81 | 0,99 | 0,78 | 0,74 | 0,09 | |
Stickstoff (in 1.000 t/a) | 0,73 | 0,68 | 0,67 | 0,64 | 0,49 | |
Stickstoff (in kg pro t Verkaufsprodukt) | 0,0723 | 0,0642 | 0,0669 | 0,0737 | 0,0474 | 0,0536 |
TOC* (in 1.000 t/a organisch gebundener Kohlenstoff) | 1,49 | 1,77 | 1,59 | 1,35 | 1,42 | |
TOC (in kg pro t Verkaufsprodukt) | 0,147 | 0,167 | 0,159 | 0,155 | 0,136 | 0,138 |
Schwermetalle (in t/a) | 8,0 | 8,9 | 10,4 | 9,0 | 11,4 | |
Anorganische Salze (in 1.000 t/a) | 843 | 825 | 812 | 726 | 866 | |
CSB** – chemischer Sauerstoffbedarf (in 1.000 t/a) | 4,47 | 5,31 | 4,77 | 4,05 | 4,26 | |
* Total Organic Carbon ** Rechnerischer Wert auf Basis der TOC-Werte (TOCx3=CSB) |
Emissionen in das Wasser
Bayer will seine Emissionen in das Wasser so gering wie möglich halten. Durch eine Verfahrensoptimierung bei der Produktion von MakrolonTM in Baytown (USA) konnten wir die Phosphor-Emissionen als Phosphat 2010 komplett vermeiden. Konzernübergreifend konnte somit eine Reduktion von 88 % erreicht werden. Am Standort Berkeley (USA) wurde durch die Schließung eines Produktionsbereichs die benötigte Menge an Phosphorsäure erheblich reduziert, die dort zur Neutralisation von Abwässern eingesetzt wurde.
Die Stickstoff-Emissionen gingen gegenüber dem Vorjahr um etwa 23 % zurück. Mit Blick auf den Anstieg der produzierten Verkaufsmenge verbesserte sich die spezifische Stickstoffmenge auf nunmehr 0,0474 kg je Tonne der produzierten Verkaufsmenge und hat damit die Zielvorgabe für 2010 von 0,0536 kg/t deutlich unterschritten. Eine erhebliche Menge an Stickstoff fällt bei der Produktion eines Insektizids am Standort Institute (USA) an. Aufgrund eines sechsmonatigen Stillstands dieser Produktion gingen die Mengen 2010 entsprechend zurück. Am Standort Leverkusen reduzierte sich der Wert, weil die Bestimmungsmethode zur Stickstoffvorbelastung von eingesetzten Wassermengen verbessert wurde. Die Werte für Emissionen organischen Kohlenstoffs („Total organic carbon“ – TOC) stiegen im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr um rund 5,2 %. Aufgrund der gestiegenen produzierten Verkaufsmenge ist die spezifische TOC-Menge auf 0,136 kg pro Tonne Verkaufsprodukt gesunken. Damit ist die Zielvorgabe für 2010 voll erfüllt. Ursache für den TOC-Anstieg ist die Produktionszunahme an den BMS-Standorten Dormagen (Deutschland), Caojing (China) und New Martinsville (USA). Jedoch hatten auch konjunkturunabhängige Faktoren wie etwa bauliche Abrissmaßnahmen an einzelnen Standorten einen Einfluss auf den erhöhten TOC-Wert.
Dialog
Bayer unterstützt Pittsburgh beim UN-Umwelttag
Bild vergrößernNeben Greg Babe, CEO Bayer Corporation, nahmen Elisabeth Guilbaud-Cox, Deputy Director, UNEP North America, Dan Onorato, Chief Executive, Allegheny County und Luke Ravenstahl, Mayor of Pittsburgh (v. l.) am UN-Weltumwelttag teil.
Auf Basis der langjährigen globalen Partnerschaft mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) unterstützte Bayer die Stadt Pittsburgh im Juni 2010 bei der erfolgreichen Ausrichtung des Welt-Umwelttages in Nordamerika. Der Konzern war an der Planung und Koordination der einzelnen Veranstaltungen beteiligt, zu dem Politiker, Umweltexperten, Top-Manager, Organisationen und Bürger aus der ganzen Welt angereist waren. „Pittsburgh hat beispielhaft gezeigt, was Städte auf der ganzen Welt tun können und wie wichtig es ist, die Umwelt und das unmittelbare Umfeld des persönlichen Lebens umweltgerecht zu gestalten“, sagte Amy Fraenkel, vom UN-Umweltprogramm. UNEP lobte auch die Unterstützung und Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung durch Bayer als Beweis dafür, dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen die Umweltagenda voranbringen könne.
Die Schwermetall-Emissionen sind gegenüber dem Vorjahr auf 11,4 Tonnen angestiegen. Der Anstieg ist vorwiegend auf den Produktionsanstieg an den BMS-Standorten Brunsbüttel und Leverkusen zurückzuführen. Darüber hinaus haben wir unser Monitoring und Reporting weiterentwickelt. Dadurch können nun auch Schwermetallfrachten aus der zentralen Kläranlage am Standort Krefeld-Uerdingen, ebenso wie Schwermetallfrachten aus dem nicht-klärpflichtigen Abwasser zusätzlich erfasst werden. Arbeiten an zinkhaltigen Bauteilen verursachten am Standort Brunsbüttel in den abgeleiteten Abwässern zusätzliche Zink-Emissionen.
Der Anstieg der Emissionen anorganischer Salze um 19,3 % ist in erster Linie auf die zunehmenden Produktionsaktivitäten besonders am BMS-Standort Caojing (China) zurückzuführen.
Ein konkretes Beispiel für unser Abwassermanagement ist die Modernisierung der Kläranlage in Leverkusen-Bürrig durch unsere Servicegesellschaft Currenta. Nach sechsjähriger Modernisierungsphase wurde Mitte November 2010 das 18 Mio. € teure Projekt termingerecht abgeschlossen. Das Gemeinschaftsklärwerk gehört nun zu den modernsten Industrie-Kläranlagen in Deutschland. Der Stickstoffabbau im Abwasser wird um mehr als 40 % verbessert und eine effizientere Abwasserreinigung ermöglicht.