geprüft 2010
Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Plischke

„Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensstrategie“

Prof. Dr. Wolfgang Plischke, im Vorstand der Bayer AG verantwortlich für die Bereiche Innovation, Technologie und Umwelt sowie die Region Asien/PazifikBild vergrößern
Prof. Dr. Wolfgang Plischke, im Vorstand der Bayer AG verantwortlich für die Bereiche Innovation, Technologie und Umwelt sowie die Region Asien/Pazifik
Herr Prof. Dr. Plischke, mit den Nachhaltigkeitszielen „2006+“ hatte sich Bayer ehrgeizige Ziele gesteckt. Ende 2010 lief das Programm aus. Welche Bilanz ziehen Sie?
Wir haben intensiv an den Zielen unseres Fünf-Jahres-Programms „2006+“ gearbeitet und konnten es zu großen Teilen im vergangenen Jahr erfolgreich abschließen. Besonders in der Reduktion von Treibhausgasen haben wir in den vergangenen Jahren sehr viel erreicht, ebenso im Arbeitsschutz. Doch die Anforderungen im Umweltschutz und für die gesamte Unternehmensführung steigen, sodass wir jetzt nicht die Hände in den Schoß legen können. Eine weitere Herausforderung liegt darin, unsere Nachhaltigkeitsstrategie weltweit erfolgreich umzusetzen.

Wie geht es jetzt weiter?
Mit unseren „Zielen 2015“ wollen wir Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette in unsere Geschäftstätigkeit noch weiter integrieren. Dazu strukturieren wir unsere Berichterstattung in fünf Handlungsfelder, in denen diese Ziele umgesetzt werden: Unternehmensführung, Mitarbeiter, Innovationen und Produkte, Ökologie sowie unser gesellschaftliches Engagement. So haben wir festgelegt, die spezifischen Treibhausgas-Emissionen von 2005 bis 2020 konzernweit um 35 Prozent zu senken. Bei MaterialScience streben wir in diesem Zeitraum sogar einen Rückgang von 40 Prozent an. Sie sehen: Wir setzen uns aktiv für den Klimaschutz ein.
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für das Kerngeschäft?
Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Schon an unseren Schwerpunktthemen – nachhaltige Gesundheitsversorgung, hochwertige Nahrungsmittel für eine wachsende Weltbevölkerung sowie Klima- und Ressourcenschutz – sehen Sie, wie sehr unser Geschäft auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Genauso wichtig ist es uns, im Geschäftsalltag aller Bereiche nachhaltig zu handeln. Nehmen wir zum Beispiel den Einkauf: Alle Lieferanten werden seit 2009 dank unseres Verhaltenskodexes auf Nachhaltigkeit verpflichtet. Wir überprüfen insbesondere bei Lieferanten aus Risikoländern und in strategischen Bereichen konsequent, ob unsere hohen Ansprüche von den Zulieferern eingehalten werden.
Auch in der Produktentwicklung kommt Nachhaltigkeit eine Schlüsselrolle zu. Wir wollen mit unseren Innovationen einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft leisten. Ich denke da an unsere erfolgreichen Entwicklungen der jüngsten Zeit, etwa unseren innovativen Gerinnungshemmer Xarelto, neue Saatgut-Varianten zur Ertragssteigerung wie InVigor oder die Entwicklung neuer Kunststoffleichtbauelemente. Dabei gilt der Sicherheit und Verträglichkeit unserer Produkte unsere ganze Aufmerksamkeit.
Welche Bedeutung hat für Sie der Dialog mit Interessengruppen?
Ohne Dialog gibt es keine Transparenz und ohne Transparenz kein Vertrauen. Bayer steht als weltweit tätiges Unternehmen in der Öffentlichkeit. Wir sehen uns immer wieder auch Kritikern gegenüber, denen wir uns im Gespräch und in Diskussionen stellen, zu Themen wie Arzneimittelzugang in Entwicklungs- und Schwellenländern oder Tierversuchen. Daher sind für uns Wissenstransfer und gegenseitige Impulse entscheidend. Wir wollen akzeptierter Teil der Gesellschaft sein und benötigen langfristig Zustimmung zu unserem unternehmerischen Handeln. Auch das sichert unsere Zukunftsfähigkeit.
Wie wollen Sie die Akzeptanz in der Gesellschaft erreichen?
Die Grundlage bildet ein partnerschaftliches Verhältnis mit allen Interessengruppen, zu denen wir in Beziehung stehen, ob es die Nachbarn an unseren weltweiten Standorten sind, die Mitarbeiter, unsere Aktionäre oder die Medien. Wir wollen allen gleichermaßen auf Augenhöhe begegnen und uns unserer Verantwortung ihnen gegenüber stellen.
Bayer gehört zu den Erstunterzeichnern des „UN Global Compact LEAD“, der neuen Plattform für „Corporate Sustainability Leadership“. Warum ist das für Sie so wichtig?
Dieser Beitritt ist für uns ein folgerichtiger Schritt: Zehn Jahre, nachdem wir beim „UN Global Compact“ zu den Erstunterzeichnern gehörten, verpflichten wir uns jetzt zur Entwicklung und Umsetzung eines anspruchsvollen, neuen Aktionsplans. Er soll helfen, die globalen Zukunftsherausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Das entspricht auch den Zielen unserer Strategie.
Setzt Bayer damit neue Maßstäbe?
Ich bin mir sicher, dass wir mit unseren „Zielen 2015“ und der Leadership-Initiative der Vereinten Nationen weltweit auch weiterhin in vorderster Reihe stehen, wenn es um nachhaltiges Wirtschaften geht. Damit sind wir für die Zukunft gut gerüstet.
http://www.nachhaltigkeit2010.bayer.de/de/interview-mit-vorstandsmitglied-prof.-dr.-wolfgang-plischke.aspx

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