Kampf gegen Tropenkrankheiten
Nahezu die Hälfte der Weltbevölkerung – vor allem die Ärmsten der Armen – ist nach Angaben der WHO durch Tropenkrankheiten gefährdet. „Entsprechend unterstützt Bayer HealthCare seit Jahren die Arbeit der WHO in der Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten“, sagt Michael Schöttler, Leiter „Global Health Policy & Public Affairs“ bei Bayer HealthCare.
Gegen die lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten Chagas in Lateinamerika und die Afrikanische Schlafkrankheit stellt Bayer HealthCare in einem zweiten Leuchtturm-Projekt die Medikamente Lampit™ und Germanin™ über die WHO zur Verfügung. Die Wirkstoffe beider Medikamente wurden von der WHO auf die „Essential Drug List“, die Liste lebensnotwendiger Medikamente, gesetzt.
Im Kampf gegen die Afrikanische Schlafkrankheit steht für das frühe Stadium der Krankheit das Bayer-Mittel Germanin™ (Wirkstoff: Suramin) bereit. Außerdem liefert Bayer an die WHO jährlich 400.000 Lampit™-Tabletten mit dem Wirkstoff Nifurtimox, der in Kombination mit einem weiteren Wirkstoff eine Therapieform ermöglicht, die auch im späteren Stadium Chancen bei der Behandlung der Krankheit eröffnet.
Zur Bekämpfung der Chagas-Krankheit wurde im März 2011 der bestehende Vertrag mit der WHO vorzeitig bis 2017 verlängert. Die jährliche Medikamentenspende wird auf eine Million Lampit™-Tabletten verdoppelt, die finanzielle Unterstützung für Logistik und Distribution von 300.000 Dollar pro Jahr wird fortgesetzt. Anlässlich der Unterzeichnung des neuen Vertrags betonte Dr. Jean Jannin, Koordinator der WHO-Abteilung für innovative und intensivierte Behandlungsprogramme zur Kontrolle von vernachlässigten Tropenkrankheiten: „Bei der Bekämpfung der tropischen und vernachlässigten Krankheiten stoßen öffentliche und staatliche Initiativen oft schnell an ihre Grenzen. Wir schätzen es daher, wenn Pharma-Unternehmen ihren Beitrag leisten. Partnerschaften zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor bieten einen vielversprechenden Ansatz. Die Kombination verschiedener Kompetenzen führt oft zu unerwartet innovativen Ergebnissen und nachhaltigen Erfolgen.“
Jährlich treten nach WHO-Angaben neun Millionen neue Fälle an Tuberkulose (TB) auf. Als Partner der „Global Alliance for TB Drug Development“ beteiligt sich Bayer HealthCare an der Entwicklung einer von sechs auf vier Monate verkürzten Therapie unter Einbezug des Bayer-Wirkstoffs Moxifloxacin. Insbesondere in Entwicklungsländern mit hoher Krankheitslast soll das Medikament nach erfolgter Zulassung zu reduzierten Preisen zur Verfügung gestellt werden.
Über die Aktivitäten von Bayer HealthCare hinaus ist der Konzern im Kampf gegen Infektionskrankheiten engagiert. Das verdeutlicht eine Reihe von Projekten zu den Erkrankungen Malaria und Dengue-Fieber. Das Ergebnis eines der Projekte, das Produkt
LifeNet™ [ 28 ] [ @29 ], befasst sich mit neuartigen Moskitonetzen, in die bereits ein Wirkstoff gegen Insekten eingearbeitet ist. Die Zusammenarbeit von Bayer CropScience und Bayer Technology Services hat hier die Entwicklung eines neuartigen, lang wirksamen Polypropylen-Netzes ermöglicht. Lesen Sie mehr darüber und zu unseren Forschungs-Kooperationen im Bereich „Vernachlässigte Krankheiten“, u. a. mit dem Liverpooler
„Innovative Vector Control Consortium (IVCC)“ [ @26 ] und dem Unternehmen
SentiSearch [ @27 ].
Zum künftigen Vorgehen erläutert Andreas Fibig, Leiter Division Bayer HealthCare „Pharmaceuticals“: „Unsere Access-To-Medicine-Strategie gibt uns die Möglichkeit, unser geschäftliches Interesse mit unserer gesellschaftlichen Verantwortung zu verknüpfen. Davon profitieren vor allem jene Patienten, die unsere Produkte am dringendsten benötigen. Wir werden deshalb unser Engagement weiter strategisch ausbauen, um die Reichweite unserer Programme zu erhöhen und damit mehr Patienten zu erreichen.“
Unser Ziel ist es, allen Menschen den globalen Zugang zur Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Unsere Projekte zu Familienplanung, vernachlässigten Tropenkrankheiten und Zugangsprogrammen zu innovativen Medikamenten erstrecken sich mittlerweile über den ganzen Globus.
Dialog
Sexuelle Selbstbestimmung als Menschenrecht
Bild vergrößernIm Gespräch (v. li.) Gill Greer, IPPF, Melinda Crane, Moderatorin, Helena Nygren-Krug, (WHO), und Yasho V. Pradhan, Ministry of Health and Population, Nepal
Das Thema Entwicklungshilfe im Fokus: Huzeifa Bodal von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) stellt fest, dass die Bemühungen um sexuelle Selbstbestimmung von Frauen in Entwicklungsländern „sexier“ dargestellt werden müssen, damit die Öffentlichkeit dem Thema mehr Aufmerksamkeit schenkt. Diese Forderung war eine von vielen Anregungen der Arbeitsgruppen beim „Internationalen Dialog Bevölkerung und nachhaltige Entwicklung“ Anfang Oktober in Berlin. Hier erarbeiteten Experten aus 17 Ländern Ideen, wie das Recht auf reproduktive Gesundheit – also das Recht auf Sexualität und Zugang zu Familienplanungsmethoden – für alle Menschen verwirklicht werden kann.