Zu wichtigen politischen Vorhaben stimmt sich Bayer im Interesse eines konsensorientierten Dialogs eng mit nationalen und internationalen Wirtschaftsverbänden ab. Darüber hinaus stehen wir in engem Kontakt mit anderen gesellschaftlichen Stakeholdergruppen, etwa aus dem Umwelt- oder Gesundheitsbereich. Auch die gute Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen und Organisationen an Standorten des Unternehmens ist uns ein wichtiges Anliegen.
Im Jahr 2011 fokussiert Bayer die politische Arbeit auf:
1. Akzeptanz von Technologien & Produkten
Für Bayer ist die gesellschaftliche Wertschätzung seiner Produkte und Technologien unabdingbar. Nur wenn Investitionen für die Gesellschaft als nützlich und zudem als ausreichend sicher anerkannt werden, können wir mit langfristiger Planungssicherheit für hochkomplexe Anlagen und für innovative Produkte rechnen. Deshalb legen wir im politischen Dialog viel Augenmerk auf das transparente Abwägen von Nutzen und Risiken und suchen den Austausch mit gesellschaftlichen Gruppen, die modernen Technologien eher skeptisch gegenüberstehen. Unser Engagement beim Klären von Fragen zum Einsatz von Nanomaterialien ist ein Beispiel für einen offenen Dialog mit Wissenschaftlern, Politikern, Nichtregierungsorganisationen und Regierungsmitgliedern.
Nicht nur mithilfe von wissenschaftlichen Studien müssen wir Risiken abklären, in sensiblen Bereichen wie Gesundheit und Umwelt müssen wir auch ethische Fragen sowie individuelle Befürchtungen berücksichtigen und zugleich Wege zur produktiven Nutzung von Erfindungen für die Gesellschaft finden. Dies gilt beispielsweise für die Grüne Biotechnologie.
2. Innovation: Fortschritt und Honorierung
Bayer ist ein Erfinderunternehmen mit einer langen Tradition erfolgreicher und nachhaltiger Innovationen. Wir sind im höchsten Maße von gültigen Patenten abhängig, um die Ergebnisse unserer hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung zu schützen. Neben innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen erlauben Gesetze zum Schutz des geistigen Eigentums, dass auch in Zukunft in Entdeckungen investiert wird und neue Entwicklungen umgesetzt werden können. Wir setzen uns zudem für eine direkte Förderung von Forschung und Entwicklung ein, um zukünftiges Wachstum unserer Wissensgesellschaften zu unterstützen.
3. Nachhaltige Gesundheitssysteme
Nachhaltige Gesundheitssysteme müssen einen Ausgleich schaffen zwischen dem Bedarf der Patienten nach innovativen Gesundheitsleistungen, begrenzten finanziellen Ressourcen der Kostenträger sowie marktgerechten Preisen für medizinische Produkte. Komplexe Zulassungs- und Erstattungsverfahren können den freien Zugang von Patienten zu innovativen Arzneimitteln verzögern oder sogar ganz verhindern. Unser Ziel ist es, Patienten zu helfen, möglichst schnell innovative und sichere Arzneimittel erhalten zu können. Dabei muss eine faire Erstattung für unsere Arzneimittel und Forschungsleistungen gewährleistet werden.
4. Chemikalienmanagement
Der sichere Umgang mit chemischen Produkten bei Produktion und Handhabung ist ein besonderes Anliegen des Unternehmens. Gesetzliche Verpflichtungen und freiwillige Maßnahmen bilden die Eckpfeiler eines zeitgemäßen Chemikalienmanagements. REACH und GPS sind dafür Beispiele.
Mit GPS, der Global Product Strategy, hat der Weltchemieverband ICCA eine freiwillige Initiative auf internationaler Ebene ins Leben gerufen. GPS ist ein Beitrag der chemischen Industrie zur internationalen Chemikalienpolitik der UN und führt zu einer Angleichung der Sicherheitsstandards zwischen Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern. Die BayCare-Webseite von Bayer zeigt die praktische Umsetzung der GPS-Initiative im Unternehmen auf. In den Teilkonzernen sind spezielle Product-Stewardship-Programme eingerichtet. Mit der sorgfältigen Überprüfung aller Stoffe, Sicherheitsbewertungen, verständlicher Kommunikation in der Produktkette, Schulungsprogrammen und einem weltweiten Engagement will Bayer seiner Produktverantwortung gerecht werden.
Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, einen Fitness-Check für Regelungen einzuführen. Dieser soll unnötige Bürokratien und Doppelregelungen abbauen. Dieser Ansatz ist sinnvoll und notwendig. Auch gesetzliche Rahmenbedingungen sollten kosteneffizient ausgestaltet sein, ohne dabei Schutzziele abzuschwächen oder in Frage zu stellen.
5. Energiepolitik und Klimaschutz
Energiepolitik und Klimaschutz haben viele Facetten. Für ein Industrieunternehmen stehen Aspekte wie Sicherheit, bezahlbare Energiepreise, gleiche Rahmenbedingungen und offene Märkte im Vordergrund. Kritisch sind die finanziellen Bürden anzusehen, die durch die dritte Handelsperiode des EU-Emissionshandels für die Unternehmen zu erwarten sind. Eine Abwanderung energieintensiver Industrien in andere Wirtschaftsräume (sog. carbon leakage) wäre ökonomisch und ökologisch eine besonders schlechte Lösung.
Aber Energiepolitik und Klimaschutz weisen weitere Dimensionen auf. Die Sicherung der Energieversorgung und die langfristige Umstellung auf Erneuerbare Energien sind Herausforderungen für die gesamte Gesellschaft. Mit neuen Produktionsverfahren und verstärkten Anstrengungen für mehr Energieeffizienz verbessert das Unternehmen seine Energienutzung kontinuierlich und spart Ressourcen.
Über das Bayer-Klimaprogramm strebt das Unternehmen an, innovative Produkte zu vermarkten, die Treibhausgas-Emissionen einsparen oder die helfen, die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen. Weiterhin unterstützen wir ein internationales Abkommen zur Klimapolitik. Parallel sollten Energiepolitik und Klimaschutz in den wichtigen Weltregionen konkrete Fortschritte bringen. Dafür setzen wir uns aktiv im Dialog mit Politik und Gesellschaft ein.